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Negative Zinsen für den Bund: Jetzt umschulden?

Januar 11th, 2012 · Keine Kommentare

Die Anleger bezahlen Deutschland, um der Bundesrepublik Geld leihen zu dürfen. Statt Zinsen zu zahlen darf Finanzminister Schäuble für 3,9 Milliarden jüngst aufgenommene Schulden sogar fast eine Viertelmilliarde Euro kassieren. Auch wenn private Darlehensnehmer nicht auf ein solches Entgegenkommen hoffen dürfen zeigt die Auktion: Die Zinsen sind günstige wie noch nie, wer Schulden hat sollte über Umschulden nachdenken.

Auch Finanzfachleute können sich nicht erinnern, wann es so etwas schon einmal gegeben hat. Deutschland und zuvor schon Dänemark erhalten für ihre kurzfristige Kredite negative Zinsen. Umgerechnet entsprechen die 242.000 Euro zwar nur einem Zins von -0,0122 Prozent. Doch normal muss für Schulden Geld bezahlt werden.

Der Bund profitiert dabei von der Tatsache, dass die Banken aktuell nicht nur den südeuropäischen Staaten, sondern auch sich gegenseitig misstrauen. Keiner weiß, ob und wann noch eine Bank pleite geht. Schon in der Vergangenheit hat der Staat von der Angst der Geldinstitute profitiert. Sie hatten Kredite bei der Europäischen Zentralbank aufgenommen und das Geld dort gleich wieder „geparkt“. Weil der Hauptrefinanzierungssatz aktuell bei einem Prozent liegt, Guthaben aber nur mit 0,25 Prozent verzinst werden, macht die Staatsbank mit jedem Euro Gewinne.

Bei den von der Finanzagentur ausgegebenen Papieren handelt es sich um kurzfristige Schulden mit einer Laufzeit von nur sechs Monaten. Für länger laufende Kredite muss der Bund auch weiterhin Geld zahlen. Denn die Investoren hoffen auf mittelfristig wieder steigende Zinsen. Schäubles Schuldenprobleme werden sich auf diese Art wohl nicht lösen.

Auch Privatanleger dürfen nicht auf so viel Entgegenkommen hoffen. Das würden die Banken auch nicht lange überstehen. Schließlich müssen sie ihren Kunden (positive) Zinsen auf deren Einlagen zahlen. Negative Zinsen würden die meisten nicht akzeptieren. Dann würden sie ihr Geld eben nicht zur Bank tragen.

Trotzdem ist der Negativzins ein Signal. Angesichts der Niedrigzinsen kann sich eine Umschuldung lohnen. Das gilt besonders für Schulden auf dem Girokonto im Zusammenhang mit der Ablösung eines Dispokredites. Die Zinsen sind dort meistens deutlich höher als für einen Ratenkredit. Die Unsicherheit der Banken dürfte die Differenz noch weiter nach oben treiben. Denn Ratenkredite gelten als tendenziell sicherer. Erst recht gilt das, wenn man Sicherheiten vorlegen kann.

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Tags: Ratgeber